Stressabbau und Telomerase, das Hormon das von der Trauer abhängt

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In einem wissenschaftlichen Artikel über das Thema Cell-Alterung und Meditation:

Can meditation slow rate of cellular aging? Cognitive stress, mindfulness, and telomeres

dürfen wir an der Erkenntnis teilnehmen, welche konstruktiven Auswirkungen die Stressreduktion auf die Entwickung unserer Gene nimmt. Die Telomere sind (verkürzt beschrieben) der Spiegel für die Zellalterung Im normalen Alterungsprozess werden sie kleiner, unter Stress geschieht das deutlich schneller.

Diverse Forscher untersuchen das Phänomen “Achtsamkeits-Meditation”. Längst ergeben diverse Versuchsreihen, dass diese inzwischen entreligösisierte Technik intensive Auswirkungen auf Körper und Psyche haben.

Das für den Erhalt der Telomere zuständigen Hormon “Telomerase” ist nach einem 8 Wöchigen Meditationskurs deutlich stärker vorhanden als bei der Messung vor dem Meditationskurs.

Die wirklichen Auswirkungen können wahrscheinlich nur Langzeitstudien feststellen, und die Biochemie stellt Forscher vor knifflige, komplizierte Aufgaben, um Abhängigkeiten unterschiedlicher Stoffe und Mechanismen zu verstehen.

Eins lässt sich aber aus unserer Sicht schon jetzt ableiten: Die Meditation holt für die Kulturen des Westens eine fast ausschließlich in Extremfällen genutzte Emotion zurück in ihre normale tägliche Anwendung.

Das Loslassen und die Trauer

Ob man nun über die Meditation in die Übung kommt, oder über andere Wege ist dabei zweitrangig. Die sich damit bestätigende Erkenntnis ist: Unsere Emotionen nehmen Einfluss auf unser Genom und vermutlich trägt eine gesund entwickelte Trauer intensiver zur Haut-Gesundheit bei, als die Vielzahl von kosmetischen Präparaten am Markt.

Dabei ist die Trauer eine für jeden Menschen verfügbare Emotion, die, in entspannter Form aufgerufen vor allem 2 Dinge tut:

  1. Sie reduziert das Verteidigungsverhalten und
  2. sie reduziert den Wunsch nach Absicherung.

Beide Verhaltensweise haben in unserer Gesellschaftsform eine Überbetonung erhalten, die bei der Mehrheit ihrer Mitglieder  mehr als 2 intensive depressive Phasen hinterlassen. Viele davon betroffene Patienten können dramatische Erlebnisse berichten. Bei Ihnen sind die Emotionen für Abwehr und Absicherung gewissermaßen in eine Art Dauer-Stress geraten, und ohne eine entwickelte Trauer-Kultur gibt es kaum eine Chance, dies in den Griff zu bekommen. So ziehen sich Leidensgeschichte häufig über Jahrzehnte hin, und Psychopharmaka werden zur Dauertherapie.

Trauer: unsere Chance dem Stress zu entrinnen

Die Meditation hat nicht nur dann eine Wirkung, wenn sie gerade stattfindet, sondern auch erstaunlicherweise danach, bei geübten Meditierenden oft lebenslang. Auch das ist ein Zeichen, dass mit diesem Verfahren eine Rekonstruktion der Fähigkeit loszulassen einhergeht, mit der Option, etwas vertrauensvoll hinter sich zu lassen.

Das Risiko besteht für Leib und Leben, wenn wir es nicht tun!

Stress ist eben kein Zeitfaktor, sondern vor allem die Fähigkeit, immer wieder Unterbrechungen des Zielorientierungs-Wahns zu erzeugen.

Emotionen sind lernbar!

 

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