Selbstbewusst

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… nach Kant entsteht sie aus der Selbst-Reflektion, nach Hegel ist sie Ergebnis der Wertschätzung durch Andere. Eines ist indes unbestritten: Wir brauchen Selbstbewusstsein, um unser Leben gestalten zu können.

Es gibt eine Reihe von Tipps, wie man diesen Zustand als Einzelperson fördern kann. Schwieriger wird es, sobald eine Gruppe, eine Abteilung oder vielleicht ein Unternehmen oder ein Staat Selbstbewusstsein erlangen sollen.

Wie lenkbar ist das Selbstbewusstsein?

aumuehle_muehlenteichZurück zum Individuum, z.B. zu Ihnen oder zu mir. Um mir meiner Selbst bewusst zu werden, muss ich mich selbst wahrnehmen. Je mehr ich allerdings in soziale Prozesse eingebunden bin, und auch die Wünsche und Sehnsüchte anderer Menschen wahrnehme, desto schwieriger wird es für mich klar abgegrenzt festzustellen, welche Wahrnehmungen, Empfindungen und Reflektionen tatsächlich aus mir selbst kommen, und welche von außen zu mir gekommen sind.

Im Humanismus wurde die Manipulation deswegen als verurteilt, weil sie ein starkes Hindernis für die Selbstwahrnehmung war. Inzwischen haben wir allerdings gelernt, dass die Manipulation niemals auszuschließen ist, egal ob bewusst oder unbewusst. Bei den tausenden von Reizen, die wir jeden Tag empfangen, ist es unmöglich, jeden davon selbständig und bewusst zu verarbeiten. Dabei spielt keine Rolle, ob die Reize bewusst manipulativ hergestellt wurden (z.B. in der Werbung oder der politischen Kommunikation), oder ob sie unbewusst, einfach aus Überzeugung oder sogar durch Zufall eine Reaktion bei uns auslösen.

Schlechte Karten für ein selbstbewusstes Leben?

Definitiv NEIN. Mit vielen Probanden haben wir herausgefunden, dass es relativ einfach ist, die richtigen Voraussetzungen für eine selbstbewusste Entwicklung zu schaffen. Das Zauberwort heißt Abgrenzung. Abgrenzung kann man sehr einfach durch eine unserer Basisemotionen herstellen.

Verachtung hilft durch Abgrenzung zur Identität

Schon wieder bewegen wir uns in einer gesellschaftlichen Tabu-Zone. Verachtung gehört sich nicht oder?

Der Schlechte Ruf der Verachtung hat mehrere Gründe. Auf der einen Seite erkennen wir Verachtung meist nur in übertriebener Form, häufig gemischt mit Zorn, oder noch unangenehmer mit Freude (häufig Schadenfreude). Auf der anderen Seite haben wir Verachtung meist selbst irgendwann am eigenen Leib erfahren, und mit solchen Erfahrungen werden wir an unangenehmste  Situationen erinnert. Aber es ist die Fähigkeit zur Verachtung in einer balancierten Dosierung, die uns ein selbstbewusstes Gefühl gibt, unabhängig davon, ob wir gerade eine Heldentat vollbracht haben, oder ob wir uns gerade in einer Niederlage befinden.

Kann man das auf ganze Gruppen übertragen?

Vorausgesetzt die Teilnehmer der Gruppe lassen sich mit auf den Weg nehmen, JA. Wenn die Außenwirkung stärker werden soll, müssen Sie möglichst vielen Gruppenteilnehmern beibringen, dieses Gefühl selbst zu erzeugen.

Selbstbewusst heißt durchsetzungsstark

Ein selbstbewusstes Gefühl hilft Ihnen oder Ihrem Unternehmen, schwierige Phasen durchzustehen, und zum Erfolg zu führen. Qualifikation, unterstützt von Selbstbewusstsein und Teamgeist (dazu kommen wir noch in einem anderen Post): Das ist ein ganz neues Gefühl von Arbeit und Erfolg.

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