Gegen die Beton-Gedanken

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Beton ist Inbegriff von Unbeweglichkeit und Unverwüstlichkeit. Bis heute stehen in unseren Städten Bunkeranlagen aus dem letzten Weltkrieg, da der Aufwand, sie zu beseitigen einfach zu groß wäre. In Dänemark, wo ich zuweilen im Urlaub am Stand umherstreife, werden diese Bauten Bunkeranlagen an der französischen Nord-Küstezunehmend vom Strand verschluckt, einige werden zu Museen umfunktioniert, dann erfüllen sie wenigstens den Zweck der Aufklärung und Abschreckung.

Beton-Gedanken sind nach meiner Definition, durch Dogmatik und ständig wiederholte Bestätigung fixierte, längst tief emotional verankerte Glaubenssätze. In der Gesellschaft, wie im Unternehmen treffen wir wiederkehrend darauf. Es sind letzthin dogmatisch zementierte Ängste, wir könnten ausgenutzt werden, wir könnten morgen nicht mehr gebraucht werden, wir könnten angegriffen werden, davor müssen wir uns schützen.

Effizienz ist eine Frage der Kosten !!

Ein Beispiel: Effizienz ist eine Frage der Kosten! Natürlich gibt es Sichtweisen, aus denen man hieraus eine Logik aufbauen kann, ohne Frage ist es wichtig die Kosten im Blick zu behalten, leider werden dabei häufig nur die direkten finanziellen Aspekte berücksichtigt. Kreativität entsteht allerdings häufig aus Mangel, und wenn das Geld knapp wird, wir aber Ziele erreichen wollen, finden wir dafür auch Wege. Es gibt unzählige Unternehmen, die aus solchen Situationen heraus allerfeinste Innovation entwickelt haben, und inzwischen auch auf der finanziellen Seite Sicherheit.

Der Ansatz dazu führte über ein Grundvertrauen und eine gemeinsame emotionale Bindung zur Realisierung dieser Idee.

Der gedankliche Beton, muss dafür abgebaut werden. Er besteht aus Vorannahmen, was geht und was nicht geht. Er besteht aus nicht verarbeiteten Erlebnissen der Vergangenheit, die jetzt auf die Zukunft angewendet werden sollen.

Wenn die Beton-Gedanken weg sollen, sind gute Argumente nur ein Teil der Wegbereitung. Wir brauchen eine starke, bewusste Emotionalität, um mit alten Relikten der dogmatischen Gläubigkeit aufzuräumen, ganz einfach, weil dieser Beton zu einem großen Teil aus unverarbeiteter Emotionalität besteht. Und dagegen kann die Rationalität nur wenig ausrichten.

 

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