Führung und Intuition

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Angeregt durch einen Artikel von  über die Rolle der Intuition im Zusammenhang von Führung und Agilität, möchte hier ein paar Gedanken zum Thema Intuition aus Sicht von Emotional Leadership teilen.

In dieser empfehlenswerten Veröffentlichung liefert er eine sehr ausgewogene Darstellung vom 6 Modellen zum Verständnis der Intuition.

Seine Definition dazu :

Intuition ist ein unbewusstes Urteil, dass auch im nachhinein nicht erklärt werden kann.

Dieses Urteil zeigt sich als Erkenntnis oder Handlungsimpuls.

Intuition geht einher mit Gefühlen und/oder Körperwahrnehmungen.

Intuition – wie ein Lichtstrahl, der unsere Gedanken in komplexen Situationen inspiriert.

Dieser Definition können wir uns anschließen, mit einer kleinen Abweichung: Die Nichterklärbarkeit im nachhinein. Aus der Sicht von Emotional Leadership ergibt sich durchaus eine Erklärbarkeit der Intuition zumindestens dann, wenn alle Emotionen, und damit auch die in der Amygdala im Zusammenspiel mit dem Hippocampus gespeicherten Emotions-Erlebnis-Paaren (als den Triggern) gut verarbeitet sind.

In unseren Trainings erleben wir immer wieder, dass die Emotion, die bei der Erzeugung Probleme macht, mit einem oder mehreren “problematischen” Triggern im Zusammenhang stehen, wegen derer diese Emotion wiederkehrend vermieden wird. Klassischerweise trifft das in unserer Kultur besonders häufig bei der Trauer und der Verachtung zu.

Bereits nach den Emotional-Experience-Days (also Grundausbildung zum bewussten Einsatz der 7 Basisemotionen), verändert sich auch die Beziehung zur eigenen Emotion. Sie wird von den Teilnehmern häufig als “Gereinigt” betrachtet. Was ist in dem Fall passiert?

Wir sind die Emotionen intensiv durchgegangen, und um zur offensiven Anwendung zu kommen, wird vom Teilnehmer fleißig “umgetriggert”. Die Wirkung der Emotionalität wird so intensiv empfunden, dass es einfach, bisherige Erlebnis- und Reaktionsmuster zu korrigieren.

Und selbst in Situationen die Trigger berühren, die bisher niemals bewusst emotional verarbeitet wurden, ist sofort die Erkenntnis des emotionalen Setting deutlich und leicht interpretierbar. Bei den meisten Menschen, lassen sich die situativen Erinnerungen sofort abrufen, sobald das eigene emotionale Setting ins Bewusstsein kommt.

Was bedeutet das für die Intuition?

Wenn wir die Intuition vor allem aus der Sicht der emotionalen Trigger betrachten bedeutet das: je mehr und bewusster die eigene Emotionalität bewusst verarbeitet und gelenkt wird (dabei denken wir bei Bewusstsein an eine Wahrnehmung auf rationaler, emotionaler und physischer Ebene), verbessert sich die Präzision der Intuition weil sie deutlich besser den selbst definierten Zielen dient al seine Emotionalität, die aus Umständen und Ergebnissen in Zusammenhang mit Rückschlüssen unbewusst, eher willkürlich entwickelt ist.

Für mich wäre es absolut reizvoll, dieses Phänomen einmal in einem Modellversuch mit Probanden durchzuspielen, um die Zuverlässigkeit unserer Erfahrungen durch sytematische Empirik abzusichern.

Bis dahin kann ich nur empfehlen, es im Selbstversuch auszuprobieren, bzw. in einem unserer Seminare zu verwirklichen.

 

 

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