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Emotional Leadership – das ungewöhnliche Konzept Teil III

Emotionales Training

Erfahrungen aus 8 Jahren Führungskräftetraining haben die Frage aufgeworfen, wozu Menschen mit Emotionen ausgestattet sind, wenn so viele Teilnehmer Schwierigkeiten im Umgang damit haben, sie am liebsten ignorieren würden. Wir haben herausgearbeitet, dass jede Emotion einen überlebenswichtigen Sinn erfüllt – für uns selbst und für unser Umfeld. Emotionen sind von sich aus weder gut noch schlecht – sie helfen uns tagtäglich Situationen zu meistern. Hinter jeder Emotion liegt eine funktionale Kraft, die uns zu einem vorhersagbaren Ziel führt. Auf der Suche nach einem stabilen emotionalen Zustand, sind wir darauf gestoßen, dass dieser Zustand nicht durch die Abwesenheit von Emotionen erzeugt wird, sondern durch eine geringe, aber aktive emotionale Grundspannung. Diesen Zustand haben wir die „emotionale Balance“ getauft. Sind wir mit allen sieben Basis-Emotionen in dieser Balance, so entsteht in uns – bildhaft gesprochen – ein „Emotionaler Schutzschild“, der uns in einen emotional stabilen und widerstandsfähigen Zustand versetzt.

Für das Konzept haben wir Methoden entwickelt, um die Basisemotionen in unterschiedlichen Stufen zu erzeugen. Als Einstiegshilfe dienen Bewegungen, Gesichtsausdrücke, Begriffe und der Umgang mit Erinnerungen. Wir haben damit die rein analytischen Ebenen verlassen und verbinden Physis und Denken mit bewusstem, gesteuertem Gefühl.

Eine wichtige Entdeckung war, dass die Unterdrückung oder das Ignorieren von Emotionen in ähnliche Krisenzustände führt, wie unkontrollierte Überreaktionen. Es geht bei der Beherrschung der Emotionalität also nicht um ihre Unterdrückung, sondern um den gezielten Umgang mit den unterschiedlichen Intensitäten jeder Emotion, die wir Krise, Balance, Steigerung und Extrem genannt nennen.

In der Erprobungsphase von 1,5 Jahren im Training und Business Coaching haben wir herausgearbeitet, dass sich der CoE auch sehr gut als Analysetool für Führungskräfte eignet. Die Führungskraft lernt mit dem CoE sowohl Reaktionen als auch ausbleibende Reaktionen seiner Mitarbeiter emotional einzuordnen und geeignete Strategien zu entwickeln, um kritische Situationen aufzulösen. Es gibt dazu viele Beispiele, z.B. aus Mitarbeitergesprächen und Change Prozessen, wenn Mitarbeiter sich Veränderungen verschließen und wie gelähmt erscheinen.

Zielsetzungen

Das Ziel des Konzepts Emotional Leadership ist es, Teilnehmer im Seminar oder im Einzelcoaching in den bewussten Kontakt mit ihren eigenen Emotionen zu bringen und sie zu befähigen, durch intensives Training die Ressource Emotionen zur Erreichung der eigenen Ziele und denen des Unternehmens einzusetzen.

Durch dieses Training erreichen wir u.a. eine Erhöhung der Kommunikationsqualität im Unternehmen. Die Teilnehmer lernen aus der unüberlegten Reaktion in den bewussten emotionalen Umgang zu kommen.  Der Umgang mit – und das Training von Emotionen braucht Achtsamkeit und Respekt – von Seiten der Trainer und der Teilnehmer.  Das ist im Business Coaching nicht anders und über viele Jahre geübt.

Das Trainingskonzept plant bewusst ausreichend Zeit ein, damit sich die Teilnehmer mit den Emotionen kognitiv, physisch und emotional bewusst auseinandersetzen können. Es handelt sich hier um Training im wahren Sinne des Wortes, da der Umgang mit Emotionen intensiv geübt werden muss, um die intuitiven Reaktionen nachhaltig zu verändern.

Es ist uns als Trainerteam bewusst, dass wir uns mit der bewussten Emotionalität in einem Bereich bewegen, der in der unternehmerischen Öffentlichkeit heute wenig Raum hat. Entsprechend sensibel muss der Umgang damit sein. Wie im Coaching kann es auch hier sein, dass es zu starken emotionalen Reaktionen kommt. Wir sind im Umgang damit geübt. Zusätzlich lernen die Teilnehmer von Anfang an Methoden, um sich von aufsteigenden Emotionen wieder abzugrenzen.

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