Depression und Drogen

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In ihrem Post vom 29.1.2015 berichtet PsychologieNews:

Deutschland ist niedergeschlagen: Vom Jahr 2000 bis 2013 sind Fehlzeiten aufgrund von Depressionen um fast 70 Prozent gestiegen. Der Anteil der Erwerbspersonen (dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und ALG I-Empfänger), die Antidepressiva verschrieben bekamen, hat im gleichen Zeitraum um ein Drittel auf sechs Prozent zugenommen. Das geht aus dem Depressionsatlas Deutschland hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Berlin vorgestellt hat.

Teenager im Glaswww.psychologienews.de/?p=3646

Früher hat man die Depressiven zu Weicheiern verurteilt: “die müssen nur mal ranrauschen, wir müssen das schließlich auch!”

Aber mal ehrlich, was sagen uns solche Entwicklungen über unsere Gesellschaft? Ich erlebe in meiner täglichen Arbeit fleißige Menschen, die tapfer immer mehr schultern, und zuweilen die Perspektive verlieren. Faule Menschen kenne ich nicht. Ist das mein unverbesserlicher Glaube an die Menschen?

Die Verschreibung der Antidepressiva nimmt zu. Die Zahl der Tagesdosen hat sich bereits zwischen 2011 und 2013 verdoppelt, nicht nur in Deuschland (Zeit Online).

Mutieren wir zu einem Volk, dass sich unter Drogen setzen lassen muss, um zu überleben?

Bitte, ich will hier nicht lamentieren oder so tun, als hätte ich Patentrezepte. Aber wenn Probleme mit der Psyche zur Volkskrankheit avancieren, sind wir aufgerufen tiefer zu schauen, als nur in die Beseitigung der Symptome.

Wir müssen es uns endlich leisten, unsere psychologischen Erkenntnisse auch zu pädagogischen Methoden zu formen, wie es von So vielen Pädagogen gefordert wird. Bildung ist kein Luxus. Vielmehr können wir es uns nicht mehr leisten unsere Bildung nur so lange im Auge zu behalten, wie unsere Kinder eine unserer Schulen besuchen.

Emotional gebildete Menschen merken es, wenn sie sich selbst ausbeuten, sie nehmen es wahr, wenn der Nachbar Hilfe braucht, sie sind in hohem Maße gemeinschaftsfähig. Wir sollten es uns gönnen, diese Grundbildung jedem Menschen zukommen zu lassen, das ist nicht nur ideell sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich. Wissen Sie, wie teuer uns die Depression so vieler Landsleute zu stehen kommt?

Der Einstieg in die emotionale Bildung ist eigentlich gar nicht kompliziert, nur muss er dieses mal nicht von unten nach oben erfolgen, sondern Top-Down. Unsere Ziele dazu haben wir hier formuliert.

Als erstes sind die an der Reihe, die Führungspositionen inne haben, egal ob in Unternehmen, in Behörden, in Schulen, in Verbänden, wo auch immer: Nur wer emotionale Verantwortung übernimmt, kann neben dem kurzfristigen finanziellen Erfolg auch eine Absicherung der zukünftigen Erfolge vornehmen. Führungspersonen, die emotionale Verantwortung übernehmen, schaffen Räume für ihre Mitarbeiter, sich ebenenfalls in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Wir brauchen einen runden Tisch all derer, die bereits Methoden zur Entwicklung von emotionaler Bildung hervorgebracht haben.  Von da aus können wir evaluieren und diese Methoden in unseren Institutionen etablieren. Ja, das wird Geld kosten, ja, das wird viele Herausforderungen und letztlich auch Umstrukturierungen in unserer Welt erfordern, aber viel teurer wird es, wenn wir es unterlassen. Lassen Sie uns eine gemeinsame Forderung formulieren, und schauen, wie wir die klugen und erfahrenen Köpfe in unserem Land zu einem gemeinsamen Weg ermutigen.

Wenn Sie das auch so sehen, unterstützen Sie bitte unser Projekt Emotional-Leadership mit Ihrer Stimme, Ihrer Überzeugung und Ihrem Engagement.

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